Bären senden ein deutliches Lebenszeichen
von Tom Neumann
Es geht doch! Der EHC Neuwied hat am Sonntagabend mit einem Rumpfkader von 13 Feldspielern ein sportliches Lebenszeichen in der Eishockey-Oberliga West gesendet und beim starken Krefelder EV nur mit 1:3 (0:1, 1:1, 0:1) verloren. Torschütze für die Bären war Alexander Bill, der in Unterzahl zum 1:1 ausglich.
Den Ausfall von gleich vier Stürmern mussten die Deichstädter in Krefeld kompensieren. Stefan Kaltenborn ist noch immer verletzt, Vjacheslav Tokarev war gesperrt. Dazu hat Christian Czaika den EHC verlassen, weil er ein attraktives Jobangebot abseits der Eisfläche in Bayern angenommen hat. Martin Oertel bat zudem am Wochenende um die Auflösung seines Vertrages – auch er gehört nicht mehr zum Kader.
Dazu folgte in Krefeld schnell die kalte Dusche, als die Gastgeber nach zwei Minuten durch Pascal Zeressen in Führung gingen. „Das schnelle Gegentor war gar nicht nach meinem Geschmack“, sagte EHC-Trainer Arno Lörsch. „Aber wir haben uns schnell gefangen.“ Gegen eine auf dem Papier überlegene Krefelder Mannschaft mit 20 Akteuren, davon fünf Förderlizenzspieler und zwei Kufencracks, die normalerweise in der DEL für die am Sonntag spielfreien Krefeld Pinguine auflaufen.
„Wir haben sauber im System gestanden und Krefeld das Leben sehr schwer gemacht“, sagt Lörsch zum weiteren Spielverlauf. „Der Ausgleich war da quasi die logische Konsequenz.“ Die Gastgeber hatten ein spielerisches Übergewicht, die Bären aber fingen die Scheibe an der eigenen blauen Linie ab und trafen in Unterzahl durch Alexander Bill zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (22.).
Dass der KEV dennoch zum verdienten Sieg kam, lag zum einen an einem umstrittenen Treffer zum 2:1 durch Raphael Niederehe (33.), bei dem EHC-Keeper Alexander Rodens und viele andere die Scheibe noch nicht hinter der Linie gesehen hatten. „Alexander hat außerordentlich gehalten heute“, gab es bei dieser Gelegenheit ein dickes Lob vom EHC-Trainer. Dem zweiten Treffer war obendrein ein individueller Fehler vorausgegangen, dem dritten Treffer waren zwei vermeidbare Strafen. In doppelter Überzahl sorgte Zeressen für die Entscheidung (45.).
„Das war heute richtig gut“, zeigte sich Lörsch nach dem 1:3 zufrieden. „Wir hatten zwischenzeitlich die Chance zum erneuten Ausgleich, Krefeld hat aber am Ende verdient gewonnen. Die Mannschaft hat nach dem schwachen Spiel in Ratingen eine tolle Reaktion gezeigt.“ Auch vom Gegner aus Krefeld gab es nach Spielende nur lobende Worte und Respekt.
Auf die personellen Abgänge werden die Bären in der kommenden Woche reagieren, wenn unter anderem ein neuer Kontingentspieler vorgestellt werden soll. Nach derzeitigem Stand sicherlich nicht der letzte Zugang beim EHC in dieser Saison.
Quelle: Rhein-Zeitung


