Fans machen dem Team Mut für die kommenden Aufgaben

von Tom Neumann

Eishockey-Oberliga * Neuwied spielt am Freitag in Kassel und am Sonntag vor heimischen Fans gegen Hamm * Justin Smith gehört nicht mehr zum Kader * Arno Lörsch bleibt vorerst verantwortlicher Trainer der Deichstädter

Mit zwei schweren Aufgaben vor der Nase geht der EHC Neuwied in das anstehende Wochenende in der Oberliga West. Am Freitag sind die Bären um 19.30 beim bisher ungeschlagenen Spitzenreiter Kassel Huskies zu Gast, am Sonntag kommen die Hammer Eisbären um 19 Uhr in das Neuwieder Ice House. Zuvor hat das Team im Training hart gearbeitet, um bestmöglich vorbereitet in die beiden Spiele gehen zu können. Zudem gibt es zwei wichtige Personalentscheidungen zu vermelden: Arno Lörsch bleibt vorerst verantwortlicher Trainer bei den Bären, der Kanadier Justin Smith gehört hingegen nicht mehr zum Kader des Oberliga-Aufsteigers.

Obwohl der EHC noch immer auf den ersten (auf dem Eis herausgespielten) Sieg wartet, ist die Stimmung im Team nach zuletzt turbulenten Wochen sehr gut – so die Bilanz, die der EHC-Vorsitzende Wolfgang Schneider nach einer Besprechung mit dem Team unter der Woche zog. „Das Meeting war harmonisch. Wir haben uns zur aktuellen Situation ausgetauscht und auch über die kommenden Wochen gesprochen“, sagt Schneider. Fest stand zu diesem Zeitpunkt bereits der Abgang des kanadischen Stürmers Justin Smith. „Wir hatten ihm bereits mitgeteilt, dass wir die vertragliche Option, zum Jahresende die Zusammenarbeit zu beenden, ziehen werden.“ Smith bat daraufhin den Verein darum, ein Angebot aus Ungarn annehmen zu dürfen. Bei diesem Team hat ein kanadischer Trainer die Verantwortung, die Sprache auf dem Eis ist überwiegend englisch. „Die Sprachbarriere war sicherlich auch ein Grund, warum er bei uns nicht zu 100 Prozent seine Leistung im Spiel bringen konnte. Justin ist ein super Typ, aber er konnte die positiven Trainingseindrücke leider nie im Spiel umsetzen.“ Smith verließ zu Wochenbeginn die Deichstadt.

Auch die Frage nach einem möglichen neuen Trainer wurde bei der Mannschaftsbesprechung thematisiert. Lörsch hatte angekündigt, übergangsweise die Verantwortung für die Mannschaft zu übernehmen, bis ein Nachfolger für Bernd Arnold gefunden sei. „Es gibt auch interessante und interessierte Trainer, die gerne nach Neuwied kommen würden“, sagt der EHC-Vorsitzende. „Allerdings haben wir uns aufgrund der aktuellen Lage dazu entschieden, hier vorerst keine Neuverpflichtung anzustreben. Arno Lörsch und das Team arbeiten sehr gut zusammen, die Chemie in der Mannschaft stimmt. Das Team präsentiert sich engagiert, motiviert und kämpferisch. Würden wir jetzt einen neuen Trainer verpflichten, würde uns dies obendrein finanziell der Möglichkeit berauben, noch einmal auf dem Spielermarkt zuschlagen zu können, sobald sich hier eine interessante Möglichkeit ergibt.“

Diese Option will man sich jedoch offen halten, zumal Stefan Kaltenborn nun definitiv bis Jahresende ausfallen wird – der Stürmer muss sich einer Operation unterziehen. „Wir denken auch über die Neubesetzung der Kontingentstelle nach und führen Gespräche, aber auch hier werden wir nichts überstürzen“, unterstreicht Schneider. Der Vorsitzende forderte jedoch auch ein, vor einem aktuellen Manko die Augen nicht zu verschließen: „Das Team hat noch immer einen Leistungs- und Fitnessrückstand. Den gilt es jetzt aufzuholen.“

Balsam für die Spielerseelen sind hingegen derzeit die Bärenfans, die ihre Mannschaft vorbildlich unterstützen. „Die Mannschaft hat auch dies noch einmal betont: Es ist eine riesige Hilfe, dass die Fans derzeit voll hinter dem Team stehen. Das gibt den Jungs Kraft und Mut, über die eigenen Grenzen hinauszugehen.“ Das wird auch am Wochenende wieder bitter nötig sein, wenn man zunächst bei den Huskies in Kassel klarer Außenseiter ist. Allerdings geht es auch im Heimspiel gegen Hamm erneut als Underdog in die Partie – zwei Spiele in der Vorbereitung hatten die Gäste deutlich gewonnen und damit den EHC schon einmal unsanft auf den Boden der Oberliga-Realität geholt. Doch vielleicht ist mit den Fans im Rücken ja eine Überraschung möglich, die Partie im Ice House beginnt am Sonntag um 19 Uhr.

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